Es werde Licht – die Renaturierungsarbeiten haben begonnen

Es werde Licht – die Renaturierungsarbeiten haben begonnen

Eine der größten Bedrohungen für die Artenvielfalt artenreicher Grünlandlebensräume ist heute der Rückgang extensiver, häufig traditioneller Bewirtschaftungsformen. Ohne regelmäßige Nutzung setzen rasch Sukzessionsprozesse ein, so dass innerhalb weniger Jahrzehnte die bunt blühenden, strukturreichen Flächen von Gehölzen überwachsen werden. Mit dem Verlust dieser offenen Lebensräume verschwindet auch die charakteristische Flora und Fauna.

Dieses Schicksal hat bereits viele Kalkmagerrasen und einige Kalkflachmoore im Projektgebiet im Niederwerdenfelser Land ereilt. Obwohl das Gebiet nach wie vor zu den Biodiversitätshotspots Deutschlands zählt, ist ein erheblicher Teil der wertvollen Offenlandflächen inzwischen verloren gegangen.

Im Rahmen unseres Projekts setzen wir gezielte Maßnahmen zur Wiederherstellung verbuschter Magerrasen um, um dem fortschreitenden Verlust entgegenzuwirken. Im Fokus steht dabei der Lebensraum des Goldenen Scheckenfalters (Euphydryas aurinia), der in unserem Projektgebiet sowohl auf trockenen Kalkmagerrasen als auch in feuchten Kalkflachmooren vorkommt. Letztere übernehmen zudem aufgrund ihrer Lage häufig eine wichtige Funktion als ökologische Korridore – nicht nur für den Goldenen Scheckenfalter, sondern auch für zahlreiche weitere gefährdete Arten.

Für die Entbuschung kommen unterschiedliche Geräte zum Einsatz. Aufgrund der teils schwer zugänglichen Lagen vieler Flächen ist jedoch auch viel Handarbeit notwendig. Zudem unterscheidet sich der Arbeitsaufwand je nach Sukzessionsstadium deutlich. Während am höher gelegenen Kranzberg die Fichten häufig noch klein sind, haben die Bäume auf frischeren und tiefer gelegenen Flächen im selben Zeitraum bereits über 20 Meter erreicht.

Erfreulicherweise stoßen wir auf große Unterstützung in der Region. Viele engagierte Menschen aus der lokalen Bevölkerung beteiligen sich aktiv an den Pflegearbeiten – nicht selten mit dem Wunsch, die Landschaft wieder näher an das Bild ihrer Kindheit heranzuführen, als die heute noch praktizierte „Wiesmahd“ weit verbreitet war.